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Der Weihnachtsmann: eine betriebswirtschaftliche Betrachtung

Veröffentlicht von am in Crowdsourcing allgemein
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Seitdem – schon vor langer Zeit übrigens und keineswegs nur wegen Coca Cola – der Weihnachtsmann die Kollegen St. Nikolaus und seine regional operierenden Pendants etwas unsanft aus dem Markt gedrängt hat, nimmt seine Präsenz die Züge eines globalen Monopols an, das keine ernsthafte Konkurrenz neben sich duldet. Attraktivität und Botschaft von Krippe (inklusive Kind), Ochs, Esel und den sonstigen plötzlich verstaubt wirkenden Protagonisten verblassen neben dem leuchtend roten und immer hörbar bestens aufgelegten Santa Claus unweigerlich. Wer die Party einfach mal so an sich reissen kann ohne dabei als unangenehmer Wichtigtuer aufzufallen, scheint nicht ganz ungeschickt zu operieren.

Zudem dringt das System «Weihnachtsmann» unerbittlich in Nischen vor, die bisher als eher beschaulich galten: Von einer Vereinnahmung der etwas fehlgezündeten Modeerscheinung Halloween beispielsweise berichtet Tim Burton in seiner eindrücklichen Animationsdoku und auch der Osterhase fühlt sich durch die immer früher in die Supermärkte ausgelieferten Weihnachtsmännern inzwischen in seiner Würde und Existenz bedroht.

Die Frage drängt sich also auf: Was beschert dem Weihnachtsmann diese unangefochtene Marktdominanz, deren Wachstum zeitlich und räumlich keine Grenzen zu kennen scheint?

Ist es die vieldiskutierte und offenbar von mitteleuropäischen Postdiensten inspirierte überlegene Transportlogistik? Unwahrscheinlich: Nicht jeder, der in möglichst kurzer Zeit möglichst viel hin- und hertransportiert schreit wirklich dauerhaft vor Glück. Das wird’s also kaum sein.

Liegt der Erfolg in der in grossen und kleinen Details massiv surreal wirkenden Scheinwelt, die mit Glanz und Schönheit die banale Realität überstrahlt und sie mit unzähligen Alternative Facts für einen Moment in Vergessenheit geraten lässt? Auch hier Fehlanzeige: Der grossangelegte Feldtest eines vergleichbaren Modells verläuft derzeit alles andere als vielversprechend. Sicherlich kein Garant für dauerhaften Erfolg.

Oder ist es vielleicht das Modell des Auslagerns heikler familienpolitischer Themen wie Vergütungsmanagement, Bonuspolitik, Förderung der extrinsischen Motivation und (in wenigen Härtefällen) Sanktionierung der Belegschaft an einen unbeteiligten Dritten, der dank seiner methodischen Überlegenheit seine Massnahmenpakete auch ohne fundierte Kenntnisse der jeweiligen Sachlage verteilen darf? Das wäre durchaus möglich! Allerdings: In Zeiten der eingeschrumpften Sakkos und der zwickenden Hosen ist das an einen Schlafanzug der 30er Jahre erinnernde Outfit des Weihnachtsmanns eher ein NoGo. Sicherlich kein Erfolgsfaktor.

Wo also liegt nun die Ursache des weihnachtsmännischen Dauererfolgs?

It’s the Crowd, stupid!

Der Weihnachtsmann ist eine Crowd-basierte Meta-Marke, die von der Community seiner Anhänger laufend Positionierung und Feinschliff erhält. Der Weihnachtsmann wird – durch permanente Feedbackschleifen zwischen Konsumenten und Produzenten, die sich vorwiegend an der Ladenkasse abspielen - von denen gemacht, die ihn auch konsumieren wollen. Dadurch ist der Weihnachtsmann immer genau so, wie er sein sollte. Und sieht aus, wie er aussehen sollte. Und sagt, was er sagen sollte.

Der Weihnachtsmann ist unser aller Gemeinschaftsprodukt, der alle unsere Ideen, Erwartungen und Wünsche enthält. Darum entspricht er ziemlich genau dem, was wir erwarten. Deshalb lieben wir ihn, deshalb wollen wir ihn und deshalb kaufen wir ihn.

Kurz gesagt: Der Weihnachtsmann hat Erfolg, weil er von der Crowd gemacht ist.

Man sollte es nicht kleinreden: offensichtlich ein Konzept mit Potenzial.
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Kommentare

  • frank
    frank Donnerstag, 07 Dezember 2017

    Inzwischen ist aus der Grippe die Krippe geworden. Steigert den Sinngehalt massiv! ;)

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Gast
Gast Samstag, 15 Dezember 2018

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