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Beyond Masseneinwanderungsinitiative: Nationality is overrated.

Veröffentlicht von am in Management & Strategie
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Grenzen offen, Grenzen geschlossen, Grenzen durchlässig - das Thema werden wir wohl auch nach Annahme der Masseneinwanderungsinitiative durch das Schweizer Stimmvolk nicht los. Erstaunlich, wieviel Energie in den verschiedenen Lagern in die Abstimmung gesteckt wurde. Und fast unglaublich, wie viele Emotionen damit verbunden sind. Der Facebook-Traffic in der Schweiz hat sich seit den letzten 24 Stunden gefühlt vervierfacht. Mit durchaus spannendem, endlich mal engagierten Content. Ein bisschen weniger Farmville, ein bisschen mehr echtes Leben - ich glaub' das tut uns allen gut. Danke an die Initianten also schon mal, auch im Namen von Facebook.

Und jetzt? Soll man sich jetzt freuen oder traurig sein? Sich schämen oder fremdschämen oder triumphieren oder empören? Und über was genau - den Ausgang der Abstimmung oder die Reaktionen aus dem Ausland oder das, was jetzt so alles gepostet wird?!

Ziemlich komplex das ganze.

Aber nur mal so gefragt: Wie wichtig ist das Thema eigentlich wirklich? Schön und gut wenn wir wissen, wer in Zukunft rein oder raus darf in unsere Länder und wer nicht. Aber mal ganz ehrlich: Ist es wirklich in der Zukunft noch wichtig, vor oder hinter irgendeiner Grenze zu sein? Welche Rolle spielt's künftig, ob man im einen Land oder einem anderen ist? Kapital hält sich schon lange nicht mehr an Landesgrenzen und fliesst munter der besten Rendite hinterher. Und auch Arbeit fliesst immer freier, seit für die bestbezahlten Arbeiten Ort und Zeit keine wirkliche Rolle mehr spielen. Beispiel Besitzverhältnisse: Die hiesigen Grossunternehmen, allen voran die Grossbanken UBS und CS, gehören schon heute zu einem überwältigenden Teil ausländischen Investoren - und werden damit faktisch von ihnen beherrscht. Beispiel Domizil: Fiat, der grosse italienische Traditionskonzern, um dessen Sanierung mit so viel nationalem Herzblut gerungen wurde, ist demnächst ein in Grossbritannien domiziliertes Unternehmen nach niederländischem Recht und macht den Grossteil seines Umsatzes in den USA - das ganze immerhin auf italienische Art. Beispiel Wertschöpfung: Wo auf der Welt die Abermillionen Arbeitsstunden geleistet werden, die tagtäglich in unzählige Open Source-Projekte fliessen und damit den ITC-Markt beherrschen, weiss kein Mensch. Scheint auch keinen zu interessieren.

Da ist einiges im Umbruch, wie es aussieht.

Es scheint so, dass sich die Muster und Strukturen der neuen Arbeitswelt nicht mehr wirklich an Landesgrenzen und Reisepässen orientieren, sondern dass sich - einfach weil's möglich geworden ist - die Gruppierungen der Zukunft mittels intelligenter Vernetzung genau so formieren, wie es für die Beteiligten den meisten Nutzen bringt. Das bringt Effizienz - und Effizienz bedeutet Kapitalbildung. Solche wirksam funktionierenden Gebilde, Gruppierungen und Communities, die sich quer über Landesgrenzen und Nationalitäten erstrecken, werden outperformen in der Arbeitswelt von morgen. Und dort, wo dauerhaft outperformed wird, ist Wohlstandsbildung unvermeidlich. Wohlstandsbildung in diesen Communities.

Welche Rolle spielt dann noch der Standort, das Territorium, das Land, in dem ich lebe? Wirtschaftlich vermutlich keine besondere mehr. Man lebt dann einfach dort, wo's einem am besten gefällt. Und das ist meistens zuhause.

Deshalb bin ich nicht wirklich aufgeregt über den Abstimmungssonntag - sondern freue mich mit Facebook und Consorten über den höheren Traffic im Internet und baue mit meinen Kollegen und allen Mitgliedern des Netzwerks fleissig weiter an dieser Community hier, die uns das Outperformen in der neuen Arbeitswelt lehren soll.

Und damit rechnen wir uns eine reale Chance auf ein Stück Heimat aus - auch morgen noch.

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Kommentare

  • Gast
    R Dienstag, 11 Februar 2014

    Schön und gut, aber nich zu Ende gedacht. Die Welt besteht nicht nur aus Kapital, Rendite und Arbeit. Für die Menschen ist auch im 21. Jahrhundert immer noch Kulturelle Identität, Wurzeln und Heimat wichtig. Heutzutage wird vieles zu schnell der Wirtschaft und der Globalisierung geopfert. Wieso? Hat mir noch keiner erklärt!

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  • Uwe
    Uwe Sonntag, 24 August 2014

    Leider regiert schon lange Geld diese Welt, nur Geschäftsinteressen zählen, das meist schnelle Geschäft geht oft über Moral und jede Ethik. Ich sage LEIDER. Vielleicht sollte man den Begriff Bruttosozialprodukt mal mit dem Begriff und Inhalten des Begriffes Bruttosozialglück vergleichen und für sich entscheiden, wie weit man hier und da dies und das mit sich machen lassen will. Was zählt der gläserne Mensch heute noch, er ist meist nur noch eine Nummer, Kundennummer, Bearbeitungsnummer oder ein störender Kostenfaktor, soll nur noch brav funktionieren im Sinne von Mächtigen und VORgesetzten.

  • steffen
    steffen Mittwoch, 12 Februar 2014

    Ich kann mir R's Meinung nur anschliessen, denn in allen Diskussionen und Berichten wurde tunlichst "vergessen" den Leuten zu sagen um was es wirklich geht: Heimat! Hier bin ich zu Hause, hier bin ich aufgewachsen, hier möchte ich bleiben. Es geht darum, dass wir heute schon dreimal mehr Ausländer in unserem Land haben als z.B. Deutschland. Obwohl Deutschland x-mal grösser als die Schweiz ist und riiiiiesige Landreserven hat. Wer heute im Kreuz Härkingen sich umschaut, sieht die immense Landvernichtung. Früher war das die Kornkammer…
    Als ich Teenager war (uiii ist das schon lange her) gab es Buttons. Und einer dieser Buttons hatte den Spruch (sinngemäss): erst wenn der letzte Baum gefällt, das letzte Wasser getrunken, der letzte Fisch gegessen ist, werden wir feststellen, dass Geld nicht essbar ist.

    Und all die Wirtschafts- und Energiebosse mit Ihren Lobbyisten hatten ein gemütliches Dasein, sie bekamen immer was sie wollten und jetzt müssen sie auch wieder mal in die Hosen steigen und um ihre Sache kämpfen. Erinnert ihr Euch noch an die Diskussion als der Euro auf Tauchstation ging (bevor unsere Nationalbank Euro's in Milliardenhöhe aufkaufte)? Die Wirtschaft schrie, so kann das nicht weitergehen, wir müssen unsere Arbeitsplätze ins Ausland transferieren… und was ist echt geschehen? Nix, im Gegenteil alle blieben brav im Ländle…
    Ich möchte am Schluss auf das Interview von Sarazzin hinweisen, er trifft es wieder einmal auf den Punkt.

    Vergesst nicht, die EU scheitert an Ihrem eigenen Grössenwahn! Denn alle Länder, welche jetzt noch in die EU wollen, sind Geldnehmer und nicht wie die Schweiz, Deutschland, Frankreich und GB Geldgeber! Und der Euro ist eh ein Pleitegeier, anfänglich hiess es doch, dass Länder welche ein Budgetdefizit von xx% aufweisen aus dem Euro rausgeschmissen werden. Und wieviele Länder haben den Euro nicht mehr? Griechenland?

    Offene Grenzen sind ja schon toll, aber die Konsequenzen sind überall spürbar. Globalisierung ist eben doch nicht alles….

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  • Uwe
    Uwe Sonntag, 24 August 2014

    Für mich schlimm und bedenklich, wie die EU auf das Ergebnis der Volksabstimmung in der Schweiz reagierte. In Deutschland gab und gibt es ja zu solchen wichtigen Themen nicht einmal Volksabstimmungen. Ist das EU- Demokratie und EU- Freiheit?

  • Gast
    Werner Thalmann Sonntag, 23 Februar 2014

    Wann auch immer auf einen Mangel in einem Arbeitsprozess oder System hingewiesen wird, holt man sich keine Lorbeeren. Wird aber ein Mangel nicht behoben endet es fast immer in einer Katastrophe. Zugsunglück von Eschede zum Beispiel. usw. Solche Sachen geschehen, weil Rendite oder Gewinn vor die Sicherheit gestellt werden. Die Stadt Zürich schottet sich ab. mit einem Milliardenprogramm hat die Stadt viele Probleme der Einwanderung aufs Land verschoben. Zürich hat heute weniger Verkehr und Abgase als vor 20 Jahren. Wenn die Einwanderung wirklich so ein Erfolg wäre, dann müssten die Kassen von Gemeinden und Kantonen so überfüllt sein wie die Autobahnen im Stossverkehr. 2006 wurde Ch. Blocher von fast allen Journalisten, Politikern und Managern abgekanzelt weil er auf die drohende Finanzkatastrophe warnte. Sie trat dann aber 2008 ein. Mich wundert immer wieder, wie die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft so permanent an den Problemen vorbeireden. Durch die Einwanderung werden jährlich 40-50000 Arbeitnehmer aus dem Arbeitsprozess verdrängt. Viele finden sich in der IV oder Sozialamt wieder.

  • Rolf.Y
    Rolf.Y Freitag, 04 Juli 2014

    Grundsätzlich bin ich auf Euch Schweizer echt neidisch, dass Ihr abstimmen dürft und nicht wie in D zwischen den Wahlen nur wie kleine, unmündige und doofe Kinder behandelt werdet. Auch wenn die Ergebnisse logischerweise nicht immer allen gefallen.

  • Awamate
    Awamate Donnerstag, 12 Februar 2015

    Die Menschen, welche in ein fremdes Land migrieren, können Geld riechen. Sie folgen dem Geruch des Geldes.

    Täglich fahren Boote selbst bei stürmischer See völlig überladen mit Menschen, die sich eine bessere Zukunft erhoffen und ihre Heimat unter Opferung aller ersparten finanzieller Mittel an die Schieberbanden verlassen haben, vom afrikanischen Kontinent zum europäischen. Falls sie das Abenteuer überhaupt überleben, landen sie erst mal im italienischen Konzentrationslager. Falls sie dort je hinauskommen, landen einige von ihnen in Genf und migrieren von dort in den Rest der Schweiz. Was machen diese Leute mit ihrem "KnowHow" hier?

    Dasselbe passiert mit Asiaten auf dem Luftweg, weil teurer, sind es weniger, aber wir haben hier wahrscheinlich mehr als 1'000 "sans papier", also illegale Asiaten hier, die unsere Wäsche waschen, Kinder hüten, Klo putzen, Staub saugen, Kochen, usw.

    Die nördlichen Nachbarn strömen seit dem Beitritt der Schweiz zum Schengen zu zigtausenden mit dem Auto in die Schweiz. Darunter ausgezeichnete Handwerker und Akademiker, die unsere Autos flicken, Gartentore reparieren, nachts die ambulante Behandlung im Spital vollziehen, usw.

    Als Arbeitgeber sehe ich mir deren Lebensläufe an. Denn sie wollen einfach besser leben und dafür arbeiten und versichert sein für's eigene Alter und auch, um ihre Verwandten finanziell zu unterstützen, die keine Rente oder ALV im Herkunftsland beziehen können.

    Mir sind die Hände gebunden, ich darf nicht jeden nur wegen geringerer Lohnforderungen einstellen, sondern muss mich nach den politisch-rechtlichen Verhältnisse der Schweiz richten. Ich verstehe die Arbeitgeber, die da gerne mehr Freiheit hätten, denn die Leute sind ja nicht schlecht, sie wollen das beste aus ihren Verhältnissen machen und sind daher ehrgeiziger als so mancher verwöhnt aufwachsender Inländer.

    So manchen Ausländer konnte ich daher über das Internet beschäftigen, so dass er als Selbständiger von seinem Ursprungsland aus in der Schweiz agieren konnte und somit einen guten Lohn bezieht, wenn man die Kaufkraft des starken Franken miteinbezieht.

    Daher bin ich hier gelandet, einer Plattform, die über die politischen und Gesellschaftlichen Grenzen hinaus Möglichkeiten erschafft, die nur das Internet möglich macht.

    So zB. Hilfe für ältere Menschen über The Beam http://www.bloomberg.com/bw/articles/2012-09-27/beam-yourself-anywhere-for-16-000 oder die Fernsteuerung des Haushalts via Apps der Firma digitalSTROM http://www.digitalstrom.com

    Woher kommt das viele Geld in die Schweiz?

    Es ist geklaut! Da werden regelmässige mehrstellige Millionenbeträge pro Jahr aus armen Ländern in die Schweiz verschoben, Marokko, Philippinen, afrikanische Staaten, Deutschland, Frankreich, Italien, Griechenland, Ex-Jugoslavien, USA, usw., welche eigentlich als Steuergelder gedacht waren um im Herkunftsland für Wohlstand zu sorgen.

    Warum nehmen die Finanzleute das Geld hier ohne mit der Wimper zu zucken an?

    Weil es die Jobs in der Schweiz sichert.

    Und wo wird das Geld angelegt, damit es auch einigermassen sicher ist?

    Hier kommt die Zweitwohnungsinitiative, die Masseneinwanderungsinitiative, und viele weiteren Initiativen, die noch kommen werden, ins Spiel.

    Das Geld wird den Wohnung- und Hauseigentümern mit sehr tiefen Zinsen zur Verfügung gestellt, damit es "sicher ist". Du bekommst 1'000'000 Franken Cash für lumpige tausend Franken monatlich Zinsen, wenn Du der Bank noch 200'000 Sicherheit aus Eigenmitteln obendrauf legst.

    Das heisst, Du bekommst 1 Mio geklautes Geld und wenn Du Deine tausend Fränkli nicht regelmässig zahlst, werden Dir Deine mühsam angesparten 200'000 auch noch weg genommen.

    So geht das Spiel!

    Und das geht hier schon seit Jahrzehnten sehr gut so.

    Lasst Euch von Leuten aus der Finanzbranche beraten, ich liege mit meiner vereinfachten Betrachtungsweise wahrscheinlich nicht so weit von der Wahrheit entfernt.

    Nun, die Welt da draussen ist ja nicht doof, die Leute kommen hier als Consultants hin, zB in der IT Branche, sahen bis vor kurzem noch die "echten" Zahlen in den Testaten, und denken sich ihren Teil. Die Milliarden CDs mit Steuerflüchtigendaten sprechen ja eine deutliche Sprache.

    Also Leute, Heimatgefühle hin oder her, wenn's Dir irgendwo besser geht als in der Schweiz, dann wanderst Du auch aus, es sei denn, Du heisst Peter und bist in Heidi verliebt.

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